Op. 53

Werktitel

Vier Sonatinen

Jahr

1940

Besetzung

Klavier

Gattung

Kammermusik, Klavier solo

Inhalt

Nr. 1 F-Dur
I Moderato
II Tempo di Minuetto
III Rondo: Allegretto giocoso

Nr. 2 d-Moll
I Moderato, piacevole
II Un poco adagio
III Rondo: Allegro non troppo, ma giocoso

Nr. 3 c-Moll
I Präludium: Grave, maestoso
II Fuge: Allegro giusto
III Choral: Sehr getragen, etwas verhalten

Nr. 4 D-Dur (Nacht und Morgen) in einem Satz
Vor Tag: Sehr langsam, verträumt
Der Morgen: Allegro con grazia

Umfang

16 S.

Verlag

Gebrüder Hug & Co., GH 8743 KV, Zürich/Leipzig 1941

Link zur Ausgabe

Vergriffen

Permalink IMSLP

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Vier Sonatinen
für Klavier zu zwei Händen (1940)

Gebrüder Hug + Co., GH 8743, Zürich/Leipzig Vergriffen, Restexemplare aus Werner Wehrlis Nachlass durch das Sekretariat der Kulturstiftung Pro Argovia, Stapferhaus, 5600 Lenzburg, erhältlich.

Die satztechnischen Feinheiten und die Ausdruckskraft der formal kühnen Werke, die sich dem traditionellen Gattungsbegriff der dreisätzigen Sonatine widersetzen, sind so gross, dass man es ihnen nicht anmerkt, wie sehr sie vom Komponisten als Beiträge zur zeitgebundenen «Sing- und Spielmusik für Liebhaber und Musikfreunde» im Sinne von Paul Hindemiths Forderung nach leichtzugänglicher Gebrauchsmusik verstanden wurden. Bohrende Motorik (Rondo-Finale der 1. Sonatine) und expressive Liedhaftigkeit (Mittelsatz der 2. Sonatine) wechseln miteinander ab, bevor konstruktive Gedanken und religiöse Empfindungen (Präludium – FugeChoral) in der auf knapp drei Druckseiten konzentrierten 3. Sonatine mit insgesamt nur 83 Takten (!) für viel Ausdruckstiefe und grüblerischen Ernst sorgen. Subtile Stimmungskunst prägt die beiden kurzen Sätzchen «Nacht» und «Morgen», die zusammen die 4. Sonatine bilden. Sie beschreitet ihrer zweiteiligen Kurzform wegen – das ganze Werk besteht aus nur zwei Druckseiten – neue, von Wehrli leider nicht mehr weiterverfolgte Wege und lässt infolge überraschend eingesetzter Begleitformeln mit stereotypen Zügen aufhorchen. Ein mutig gewagter Ausbruch aus der Enge instruktiver Klaviersonatinen, vorzeitig abgebrochen und durch die etwas formelhafte Rückkehr und Festigung der mehrmals in Frage gestellten Tonart D-Dur stark gemildert. In den Sonatinen I–III wirkt der Klaviersatz an vielen Stellen knorrig und sperrig. Wehrli bemühte sich hier keineswegs um pianistische Eleganz, sondern um Ausdrucksvertiefung von helvetischer Schwerblütigkeit. Hohe Anforderungen werden vor allem an die Klangphantasie des Spielers gestellt, der ausserdem Erfahrung im Umgang mit linearen Strukturen mitbringen muss. (Walter Labhart)

Sonatine I und II: Stufe 9–10;
Sonatinen III und IV: Stufe 7–8

Erläuterung "Stufe"

Die von Kristina Ericson ermittelten Schwierigkeitsgrade entsprechen der Stufeneinteilung von Klaus Wolters in dessen «Handbuch der Klavierliteratur» (Atlantis Musikbuch-Verlag, Zürich 1994, 4. Auflage).

 
 

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5600 Lenzburg

Tel. +41 62 888 01 00
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