Werktitel
Vier Sonatinen
Jahr
1940
Besetzung
Klavier
Gattung
Inhalt
Nr. 1 F-Dur
I Moderato
II Tempo di Minuetto
III
Rondo: Allegretto giocoso
Nr. 2 d-Moll
I Moderato, piacevole
II Un poco adagio
III Rondo: Allegro non troppo, ma giocoso
Nr. 3 c-Moll
I Präludium: Grave, maestoso
II Fuge: Allegro giusto
III Choral: Sehr getragen, etwas verhalten
Nr. 4 D-Dur (Nacht und Morgen) in einem Satz
Vor Tag: Sehr langsam, verträumt
Der Morgen: Allegro con grazia
Umfang
16 S.
Verlag
Gebrüder Hug & Co., GH 8743 KV, Zürich/Leipzig 1941
Link zur Ausgabe
Vergriffen
Permalink IMSLP
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Vier Sonatinen
für Klavier zu zwei Händen (1940)
Gebrüder Hug + Co., GH 8743, Zürich/Leipzig Vergriffen, Restexemplare aus Werner Wehrlis Nachlass durch das Sekretariat der Kulturstiftung Pro Argovia, Stapferhaus, 5600 Lenzburg, erhältlich.
Die satztechnischen Feinheiten und die Ausdruckskraft der formal kühnen Werke, die sich dem traditionellen Gattungsbegriff der dreisätzigen Sonatine widersetzen, sind so gross, dass man es ihnen nicht anmerkt, wie sehr sie vom Komponisten als Beiträge zur zeitgebundenen «Sing- und Spielmusik für Liebhaber und Musikfreunde» im Sinne von Paul Hindemiths Forderung nach leichtzugänglicher Gebrauchsmusik verstanden wurden. Bohrende Motorik (Rondo-Finale der 1. Sonatine) und expressive Liedhaftigkeit (Mittelsatz der 2. Sonatine) wechseln miteinander ab, bevor konstruktive Gedanken und religiöse Empfindungen (Präludium – FugeChoral) in der auf knapp drei Druckseiten konzentrierten 3. Sonatine mit insgesamt nur 83 Takten (!) für viel Ausdruckstiefe und grüblerischen Ernst sorgen. Subtile Stimmungskunst prägt die beiden kurzen Sätzchen «Nacht» und «Morgen», die zusammen die 4. Sonatine bilden. Sie beschreitet ihrer zweiteiligen Kurzform wegen – das ganze Werk besteht aus nur zwei Druckseiten – neue, von Wehrli leider nicht mehr weiterverfolgte Wege und lässt infolge überraschend eingesetzter Begleitformeln mit stereotypen Zügen aufhorchen. Ein mutig gewagter Ausbruch aus der Enge instruktiver Klaviersonatinen, vorzeitig abgebrochen und durch die etwas formelhafte Rückkehr und Festigung der mehrmals in Frage gestellten Tonart D-Dur stark gemildert. In den Sonatinen I–III wirkt der Klaviersatz an vielen Stellen knorrig und sperrig. Wehrli bemühte sich hier keineswegs um pianistische Eleganz, sondern um Ausdrucksvertiefung von helvetischer Schwerblütigkeit. Hohe Anforderungen werden vor allem an die Klangphantasie des Spielers gestellt, der ausserdem Erfahrung im Umgang mit linearen Strukturen mitbringen muss. (Walter Labhart)
Sonatine I und II: Stufe 9–10;
Sonatinen III und IV: Stufe 7–8
Erläuterung "Stufe"
Die von Kristina Ericson ermittelten Schwierigkeitsgrade entsprechen der Stufeneinteilung von Klaus Wolters in dessen «Handbuch der Klavierliteratur» (Atlantis Musikbuch-Verlag, Zürich 1994, 4. Auflage).
Werner Wehrli Fonds
Netzwerk Müllerhaus
Bleicherain 7
5600 Lenzburg
Tel. +41 62 888 01 00
nfmllrhsch
Werner Wehrli Fonds
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Bleicherain 7
5600 Lenzburg
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